Er betrachtet seine Reportagen ganz offen als nicht objektiv, lehnt es ab, für Dichand zu schreiben, steckt im Grundwehrdienst Blumen in Gewehrläufe, ist stolz darauf, dass seinetwegen die Bild-Zeitung als „Fehlentwicklung der deutschen Presse“ beschrieben wird. Er bezeichnet sich als „christlich geprägt“ und sagt, dass er aus diesem Grund aus der katholischen Kirche ausgetreten sei. Und er will auch noch in Altersheimen undercover unterwegs sein. – Wahrlich ein Mann der Tat. Und ein Mann mit vielen Gesichtern: Günter Wallraff, Enthüllungsjournalist.
Ein besonderer Abend stand denen bevor, die sich am 21. Jänner trotz Schneechaos in den Kammersälen in Graz einfanden. Günter Wallraff sprach von sich und seinen Erlebnissen als Dunkelhäutiger, von seinen Gedanken zur Medienwelt und davon, dass in unserer Gesellschaft noch lange nicht genug aufgedeckt sei. Unters Zuhörervolk mischten sich Anja Reiter und Christina Tieber, die sich den Ohrenschmaus nicht entgehen lassen wollten.
„Er sieht aus wie Peter Lustig“, sagte jemand in der dritten Reihe. In gewisser Weise ist er auch für Erwachsene ein wenig das, was Peter Lustig für die Kleinen ist: Aufklärer und Wahrheitsfinder.
Beitragsgestaltung: Anja Reiter und Christina Tieber
Sprecherin: Christina Tieber


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