Reges Treiben in den Tiefen der Karl-Franzens Universität in Graz, dort wo sich das Hans-Gross-Kriminalmuseum befindet. Klappstühle werden rasch aufgestellt, damit man später einem Vortrag lauschen kann, umzingelt von allerlei Waffen, die an den Wänden prangen. “Kriminologie als Herrschaftsinstrument” ist der Titel – allerdings keine übliche Lehrveranstaltung für übliche Studenten. Allein schon der Altersdurchschnitt ist hier wesentlich höher.
Die Megaphon-Uni steckt dahinter. Sie steht für barierrefreie Bildung. Jeder ist eingeladen, kann zuhören und mitdiskutieren. Die Hauptzielgruppe sind Menschen, die aufgrund ihrer Ausbildung, Herkunft oder sozialen Stellung kein universitäres Bildungsangebot nutzen können. Die Megaphon-Uni, ausgehend von der Grazer sozialen Initiative Megaphon, bietet viele verschiedene Vorträge und Workshops kostenfrei an. Wir haben mit Megaphon-Uni-Koordinator Armin Larndorfer gesprochen und ihn zu dem Projekt befragt. Zu hören im ERSTEN TEIL.
Diesmal hat es uns ins Kriminalmuseum verschlagen. Am späten Nachmittag spricht der Kriminologe und Leiter de
s Museums, Christian Bachhiesl. Der Titel seines Vortrages hat viele angelockt. Bachhiesl beleuchtet die Kriminalwissenschaften von damals bis heute – durchaus kritisch. Er spricht von der Theorie des “geborenen Verbrechers” aus dem 19. Jahrhunderts genauso wie über Überwachungsmethoden von heute. Dabei stellt er dem Bedürfnis nach Sicherheit das Bedürfnis nach Freiheit gegenüber und beschreibt, wie Menschenrechte schon immer unter Kontrollmaßnahmen von Staaten gelitten haben. Außerdem erklärt er, dass Staaten diese Maßnahmen nicht immer ergriffen haben und ergreifen, um das Sicherheitsbedürfnis der Bürger zu befriedigen, sondern auch häufig aus eigenem Interesse – Kriminologie als Herrschaftsinstrument eben.
Wir haben Bachhiesl interviewt und ihn unter anderem gefragt, was ihm denn nun wichtiger ist: Sicherheit oder Freiheit? Zu hören im ZWEITEN TEIL.
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